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Carsten Greiwe feierte als Herr Quirinus Primiz

Foto: Markus Marcinek
Foto: Markus Marcinek
Für viele Neusser ist er immer noch „der Carsten“, doch längst lebt der 48-jährige Carsten Greiwe unter dem Ordensnamen Herr Quirinus im Stift Herzogenburg in Niederösterreich. Jetzt kehrte er in seine Heimatstadt zurück, um die Heimat-Primiz in St. Marien zu feiern. Bereits im September wurde Greiwe vom Bischof der Diözese St. Pölten, Klaus Küng, zum Priester geweiht.
 
Der gebürtige Neusser hat eine spannende Lebensgeschichte hinter sich: Vor seinem Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Augustiner-Chorherren war er Journalist bei der Neuss-Grevenbroicher Zeitung und Büroleiter eines Bundestagsabgeordneten. Viele kennen ihn als CDU- Kommunalpolitiker, Karnevalist bei den Heimatfreunden oder Mitgründer der Kardinal-Frings-Gesellschaft.
 
Vor zehn Jahren ließ Greiwe seine bürgerliche Existenz in Neuss hinter sich, nach Studium, Gelübden und Weihen kehrte er nun zurück, um die Heimat-Primiz (prima missa = erste Messe) unter Anwesenheit vieler Weggefährten aus alten Zeiten zu feiern. Die Primizpredigt in der voll besetzten Marienkirche hielt Robert Kleine, Domdechant und Kölner Stadtdechant. Er rief den neu geweihten Priester Greiwe dazu auf, dem Herrn und den Menschen stets in Freude zu dienen und diese Freude auch nach außen hin sichtbar zu machen. Dazu erinnerte er auch an einen bekannten Ausspruch Friedrich Nietzsches: „Die Christen müssten erlöster aussehen, wenn ich an ihren Erlöser glauben soll.“
 
Bei seinem Dienst ist dem Neupriester wichtig: Man kann mit ihm über alles sprechen, und das überall: ob beim Heurigen (d.h. im Weinlokal), in der Bäckerei oder auf der Straße. Passend dazu hat er seinen Wahlspruch aus dem Hebräer-Brief gewählt: „Für die Menschen bestellt“. Diesen Spruch hatte einst auch Joseph Kardinal Frings als Wappenspruch gewählt.
 
In den nächsten Jahren wird Herr Quirinus als Kaplan in der Pfarre St. Stephan Herzogenburg tätig sein. Neuss bleibt ein Ziel im Urlaub, den der Priester gerne in die Schützenfest legt, aber auch die Heimatstadt. Das sagte Thomas Kaumanns dem Neupriester in seiner Ansprache für den Pfarrgemeinderat zu: „Jeder Mensch braucht einen Rückzugsraum, einen Ort, wo er einfach er selber sein darf und nicht irgendeine Rolle spielen muss. Hier in Neuss, in St. Marien, bist und bleibst Du in erster Linie der Quirinus oder Carsten, nicht der Kaplan oder Pastor, Titel und Bezeichnungen spielen hier nicht die große Rolle, hier steht der Mensch im Mittelpunkt. Hier ist Deine Heimat!“